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Der Verein

Im Rahmen unserer Feiern zum 50-jährigen Bestehen des CVJM Neuss hielt unser damaliger und auch noch heute amtierender Vorsitzender Rolf Mielke eine Rede, in der er insbesondere auch auf die Geschichte des CVJM Neuss einging.

Da wir das Rad nicht noch mal erfinden wollten (Klartext: Wir sind zu faul zum Tippen!), haben wir diese Rede um die üblichen Grussfloskeln und Nettigkeiten gekürzt und den nicht auf Neuss bezogenen Inhalt rausgeschmissen -
Ergebnis: Die Geschichte des CVJM Neuss (Autor Rolf Mielke)!

CVJM Neuss e.V.


Missionar Walter Jung, der durch den Krieg nach einem Heimaturlaub  daran gehindert war in seine Missionsstation am Viktoriasee zurückzugehen, war an der gewerblichen Berufsschule in Neuss für die evgl. Unterweisung zuständig. Im Jahr 1946 gründete er mit 5 jungen Männern einen Christlichen Verein Junger Männer in Neuss. Erste Zusammenkünfte fanden im Hause von Pastor Kurt Bredow auf der Schorlemerstr., später in der Königstr. 37 statt, in einem Haus der evgl. Kirchengemeinde in dem Gruppenarbeit stattfinden konnte.

Bereits im Frühjahr 1946 wurde in Neuss unter der Mitarbeit des CVJM der Stadtjugendring gegründet. Erster Vorsitzender des Stadtjugendrings wurde der Begründer des CVJM Neuss, Missionar Jung. Dem Stadtjugendring (einem Zusammenschluß der Neusser Jugendverbände) war und ist der CVJM insofern auch weiterhin eng verbunden, stellte er doch auch in späteren Jahren einen Vorsitzenden, zu erwähnen ist, an erster Stelle Pastor Schmidt, später Hans-Walter Schmidt, und jetzt aktuell Eugen W. Karst.

1951 kam Pastor Walter-Heinrich Schmidt nach Neuss, er war Pfarrer für die evangelische Unterweisung an den Berufsschulen. Dort an der gewerblichen Berufsschule freundete er sich mit dem Lehrer Fritz Küthmann an. Ihnen gemeinsam war das Interesse an der Arbeit des CVJM zum Wohle der jungen Menschen. Bereits 1951 übernahm Pastor Schmidt von Missionar Jung die Leitung des CVJM Neuss. Die Zusammenkünfte waren fortan in einer Baracke auf dem Grundstück der damaligen Mädchenberufsschule in der Hafenstr. Nach Abriß der Baracke wieder in der Königstr. 37, der damaligen Privatwohnung von Pastor Schmidt, ab 1951 in der Drususallee 76.
Die Not der jungen Menschen war es, denen sich in der damaligen Zeit 1946 bis 1963 der CVJM stellte. Tausende Jugendliche waren vom Schicksal nach Neuss verschlagen worden, weil hier Arbeit zu finden war. Teils ohne Eltern, ihr soziales Umfeld verlassend, kamen sie als Ostvertriebene aus den Gebieten jenseits von Oder und Neiße, oder aus der sowjetischen Besatzungszone über die grüne Grenze und suchten in christlichen Jugendgruppen Halt und Integration. Vielen gab der CVJM eine geistliche Heimstatt, hier lernten sie sich kennen und verstehen, viele Ehen entstanden daraus.

Am 11.10.1958 wurde das Martin-Luther-Haus der Christuskirchengemeinde auf der Drususallee eingeweiht. Die Zusammenkünfte unter dem Wort Gottes waren von da an in diesem Hause, die Mitglieder der Jugendgruppen und des CVJM hatten den Keller zu Gruppenräumen in Eigenleistung ausgebaut. Für die Jugendarbeit bildeten Pastor Schmidt und der CVJM einen starken Anziehungspunkt.

1963 gründete der CVJM eine Eichenkreuzsportgruppe.

Die Ursprünge der heutigen bedeutenden Johanniter Unfallhilfe in Neuss liegen in der Jugendarbeit des CVJM begründet. 1963 ging es den Verantwortlichen Pastor Schmidt und Fritz Küthmann darum, jungen Christenmenschen die helfende Tat zu ermöglichen und sich in der praktischen Arbeit zu bewähren. Aus Erste-Hilfe-Kursen sind die ersten 16 Sanitätshelfer des Ortsverbandes der JUH erwachsen. Der CVJM-Vorsitzende wurde gleichzeitig der erste Ortsbeauftragte.

1963, bzw. 1965, nach entsprechender Satzungsänderung, wurde dem CVJM eine Baugruppe angegliedert, die die Aufgabe hatte, für die Mitglieder CVJM und deren Angehörige bei der Errichtung familiengerechter Eigenheime und Wohnungen  behilflich zu sein. Nach ersten Wohnobjekten in Neuss am Hohen Weg und Erprather Str. wurden weitere Objekte in Neuss-Weckhoven (Dietrich-Bonhoeffer-Str. und Josef-Wirmer-Str.) - insgesamt 51 - gemeinschaftlich errichtet. Der damalige Schriftwart Herbert Kürsten kümmerte sich arbeitsintensiv um die geschäftlichen Belange der Baugruppen. Auch Pastor Schmidt zog es im Rahmen einer dieser Baumaßnahmen mit seiner Familie zur Josef-Wirmer-Str. 1.

Im April 1964 war ein weiterer Umzug erforderlich. Als ich 1968 zum CVJM kam - Pastor Schmidt war Pfarrer an der Kaufmännischen Schule Weingartstr. und hatte mich dort während meiner Handelsschulzeit für den CVJM begeistern können - hörte ich von den damaligen Mitgliedern als Grund für den Umzug, weg vom Martin-Luther-Haus, daß Pastor Schmidt (alle nannten in PS) wohl seiner Zeit in seinen Ansichten weit voraus war und das "Treiben" des CVJM vom Presbyterium äußerst mißtrauisch beäugt wurde. Weitere Umzüge nach 1964 führten in das Geschwister-Scholl-Heim, Leostr., bevor die Stadt Neuss dem CVJM die Baracke Neustr. 23 gegenüber der damaligen Hauptpost zur Verfügung stellte.

Unter der Leitung von Pastor Schmidt erlebte der CVJM seine Blütezeit, was die damaligen Aktivitäten, internationalen Begegnungen und auch die Mitgliederzahlen anbelangte. Er initiierte gemeinsame Freizeiten in Form von Zeltlagern, z.B. in Altglashütten, Walchsee, Ravenna, eine internationale Städtefreundschaft zwischen Neuss und der englischen Stadt Tynemouth. Studienfahrten führten regelmäßig  in die damals noch geteilte Hauptstadt Berlin, nach London, Paris und hinter den eisernen Vorhang nach Prag, Budapest, Moskau. Dies sind Ortsbezeichnungen, die uns heute leicht über die Lippen gehen und nicht mehr unerreichbar sind.
Aber mit wieviel Umständen und Mühsal war es damals verbunden, jungen Menschen ein Gemeinschaftserlebnis und den Kontakt mit Menschen in anderen Ländern zu ermöglichen. Organisationstalent in besonderem Maße waren gefragt.
Materialknappheit: Das erste Zeltlager des CVJM war aus amerikanischen Armeebeständen. Heute anwesender Mitorganisator: Fritz Küthmann
In Walchsee/Österreich war kein fertiger Zeltlagerplatz vorhanden. In einen Berg wurden Terrassen angelegt (später Terrassencamping), der Abraum mit einem Bulldozer beiseite geschafft. Robert Heinen, genannt der Boß, - heute anwesend - war einer jener Männer, die diese Schwerstarbeit mit leisteten.
Nach Berlin: Insbesondere vor dem Transitabkommen mit der DDR waren schikanöse Behandlungen an der Tagesordnung. Die Abfertigung eines Reisebusses auf der Transitstrecke dauerte ohne weiteres jeweils 2 Stunden in Helmstedt, wie in Marienborn bei der Einreise nach Berlin-West, mit peinlichen Einzelkontrollen.
Stimmten bei der Einreise in die ehemalige Tschechoslowakei Passbild und tatsächliches Aussehen nicht mehr überein, etwa weil der Jüngling sich zwischenzeitlich hatte einen Bart wachsen lassen, wurde er von den tschechischen Grenzbehörden kurzerhand zu Fuß in den nächstgelegenen deutschen Ort Waidhaus zurückgeschickt, um nach einer Rasur eine eindeutige Personenidentifizierung zu ermöglichen, der Bus wartete so lange.

CVJM'er, wie z.B. Hartmut Drews - heute anwesend - setzten die Tradition der Studienfahrten, Ralf Eichwald - heute anwesend - und Peter Metz die der Zeltlager weiter fort. Zwei traditionelle, langjährige und verdiente Italienfahrer sollen ebenfalls an dieser Stelle Erwähnung finden, "Fillippo" Schröder und "El Lobo" Sangs, Namen unter denen sie in Punta Marina und darüberhinaus bekannt sind.

Die Stadt Neuss war es, die ab Okt. 1967 den südlichen Teil der ehemals von der Kraftpost genutzten Räumlichkeiten am Omnibusbahnhof dem CVJM auf unbestimmte Zeit vermietete. Die Jugendgruppen des CVJM treffen sich noch heute dort. Fragmente aus der Kraftpostzeit sind auch heute noch erkennbar, das muss wohl ein ehemaliger Fahrplanständer gewesen sein, unser heutiges Büro noch deutlich als Fahrkartenverkaufsschalter erkennbar.

Nach dem unvergessenen Pastor Schmidt, der nach kurzem Krankenlager am 17. Dezember 1969 heimgerufen wurde, übernahm nach einer Interimslösung durch Pastor Horst Stötzel, Anfang 1970 der langjährige Schriftwart Herbert Kürsten als Vorsitzender die Leitung des CVJM Neuss. Die Jugendarbeit des CVJM fand weiterhin regen Zulauf. "In" war die Jugenddisco, an jedem Samstag und Sonntag. Norbert Rehkop - heute anwesend - und sein Team waren es, die sich besonders hierbei engagierten.

Herbert Kürsten sorgte dafür, daß ab 1979 der Jugoslawische Klub (heute: Kultur- und Sportverein Bosna i Hercegovina), der damals keine dauerhafte Bleibe in Neuss finden konnte, 2 x in der Woche unsere Räumlichkeiten bis zum heutigen Tage mitnutzt. 1979 gab Herbert Kürsten den Vorsitz ab um sich intensiver um sein Ehrenamt bei der Johanniter Unfallhilfe kümmern zu können. Für sein jahrzehntelanges soziales Engagement im CVJM und darüber hinaus, er war z. B. auch 10 Jahre lang Kreisbeauftragter der Johanniter Unfallhilfe Neuss, wurde ihm 1990 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Herbert Kürsten weilt leider nicht mehr unter uns. Er verstarb 1994 allzu früh im Alter von 65 Jahren.
 

Nach Herbert Kürsten war es Hans-Walter Schmidt (Sohn von Pastor Schmidt), der fortan die Geschicke des Vereins als 1. Vorsitzender leitete, bevor Ralf Eichwald dieses Amt von 1985 an bis 1994 übernahm. Dem Beispiel anderer CVJM's folgend, änderten wir 1991 den Vereinsnamen von Christlicher Verein Junger Männer in Christlicher Verein Junger Menschen.
 

E: heutige Arbeit des CVJM

Zur heutigen Arbeit des CVJM Neuss ist zu berichten, das mit rein ehrenamtlichen Kräften gearbeitet wird. Für hauptamtliche Sekretäre sind derzeit die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten nicht gegeben.
Der CVJM Neuss ist ein konfessionell ungebundener Jugendverband, der es auch in einer Zeit, in der es zahlreiche konkurrierende Möglichkeiten gibt, seine Freizeit zu verbringen, es immer wieder schafft jungen Menschen ein interessantes und vor allem auch sinnvolles Angebot zu machen. Junge Menschen können durch die Mitwirkung im CVJM selbst erleben, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen, wieviel Freude es macht, sich an Aktivitäten zu beteiligen, die anderen Menschen helfen. Diese Mitwirkung ist für die meisten prägend, sie verhindert Intoleranz, fördert solidarisches Denken und Handeln, gibt Orientierung in einer sich rapide ändernden Welt.

Im bescheidenen Rahmen möchte ich das Engagement auch im internationalen Bereich erwähnen, als Beitrag zur Völkerverständigung zu ausländischen Jugendlichen über unsere Grenzen hinweg in andere Länder, z.B. unser Zeltlager in Italien. Jungen Menschen hilft es, andere Menschen über alle Grenzen hinweg kennenzulernen, zu achten und anzunehmen.

beispielhafte Aktivitäten:
- wöchentlich Jugendgruppen mittwochs und freitags, ohne Vereinsmitgliedszwang und mit viel Abwechslung (z.B. Spielen, Kicker, Billard, Jugendfeten; aber auch sich über Glaubensfragen auszutauschen und nachzudenken, bzw. Konsequenzen zu entwickeln. Die jungen Leute finden Gemeinschaft mit Gleichaltrigen oder Gleichgesinnten.
- Sport
   2 Eichenkreuzsportgruppen 

a) etwas salopp "alte Herren" ich hoffe Herr Köhler Sie sind mir nicht böse
b) Montagssportgruppe
- Sommerfreizeiten (Jugendzeltlager in Punta Marina/ Ravenna welches bereits über 35 Jahre jährlich in den Sommerferien stattfindet.)

Einige unserer "Ehrenamtler" möchte ich Ihnen persönlich vorstellen: zunächst den geschäftsführenden Vorstand
  Schriftwart:  Eugen W. Karst, der sich auch sehr um unser Vereinsheim bemüht und mit die größte Präsenz zeigt.
  Kassenwart:  Helmut Jansen, der vom Fach ist (zum einem Banker, zum anderen als gelernter Konditormeister und Bundeswehrkoch unsere "Kids" in Italien als Lagerkoch betreut)
  als Vorsitzender  stellte ich mich Ihnen bereits vor.
  

Leute die seit vielen Jahren mit anpacken sind:
  Erik Weber  seit vielen, vielen Jahren "Chef" der Lagerleitung unseres Zeltlagers in Italien; ein Mann der es genau nimmt,
   mit besten Kontakten zu den "Italienern"
  Mit Leib und Seele im Vorkommando und Lagerleitung des Zeltlagers mit dabei:  Sandra Metz, Martin Koch, Dirk Sitterle, Eugen W. Karst,

  weiter zu erwähnen: Holger Hellendahl, Peter Zentek (Heimwart), Ingo Esche + Christian Kochanek (Heimrenovierung)

ganz zum Schluß habe ich mir den 2. Vorsitzenden aufgehoben: Hans-Walter Schmidt.

Zusätzlich zur ehrenamtlichen Tätigkeit im CVJM Neuss sind Mitglieder unseres Vereins ehrenamtlich tätig, z.B. als Schöffe, Mitglied im Jugendhilfeausschuß, Stadtjugendring
(Ende des Redeauszugs)
 

Wer nun unbedingt doch die gesamte Festrede vom 15.09.1996 lesen möchte – bitte sehr: hier klicken.

 

Damals wurden einige Personen namentlich genannt, die auch heute noch größtenteils aktiv im CVJM Neuss dabei sind. Allerdings sind seitdem natürlich einige neue Leute dazugekommen.

Um auch deren Ego zu befriedigen, hier die Namen der „Neuen“ aus den verschiedenen Bereichen, ungeordnet und unabhängig vom Grad ihrer Mitarbeit im CVJM Neuss: Torsten Edler, Peter Goldschagg, Janina Klaas, Andre Lehmann, Nadja Lücke, Sven Nier, Goran Sestak, Ingo Seuser, Marius Tolles, Marco Wiertz (hoffentlich wurde jetzt niemand vergessen!!). (Stand 2000)

 

Nachtrag:

Weitere ehrenamtliche Mitglieder, die danach kamen, aber nun (2007) nicht mehr im Verein tätig sind: Tobias Nellen, Rainer Haustein, Jan (alle Lagerköche).